”Die Hölle, das sind die Anderen.”

Drei Personen, die im Leben einander nie begegneten, werden nach ihrem Tod für alle Ewigkeit in einem Hotelzimmer zusammensein. Kein Hunger, keine Müdigkeit, keine Spiegel, keine Fenster und das Licht geht niemals aus. Das ist die Hölle. Nach und nach fallen die Masken der bürgerlichen Wohlständigkeit, die Höflichkeitsfloskeln gehen vergessen und die kleinen und großen Eitelkeiten, die sorgfältig zurechtgeschönten Biographien fallen ab. Erbarmungslos zwingen sie sich gegenseitig zu dem zu stehen, was jeder auf Erden war. Keine höhere Instanz richtet sie, nur dem Urteil der Mitbewohner sind sie ausgesetzt, und auf deren Objektivität ist kein Verlass. Der einzige Spiegel sind die andern.
Diese Abhängigkeit vom Urteil der andern ist Sartres Hölle! Man ist tot, lebendig tot, wenn das Urteil der andern die eigene Existenz definiert.
Sartre, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiern würde, zählt zu Frankreichs bedeutendsten Philosophen und Schriftstellern. Seine Gedanken zum Existenzialismus scheinen heute mehr den je an Wahrheit zu gewinnen: er appelliert an die Kraft sich selbst vom Urteil der andern - von Image, Ansehen und Status - zu befreien.

von Jean-Paul Sartre

Regie: André Decker

Es spielen: Nils Jacobi, Marco Janiel,  Nele Kiper, Dorit Knoch

Premiere: 15.10.2005